Was macht eigentlich eine Männerküche oder Frauenküche aus und was eine Paar-Küche?

Die Paarküche vereint die typischen Elemente beider Geschlechter. (Foto: AMK)
Die Paarküche vereint die typischen Elemente beider Geschlechter. (Foto: AMK)

Typisch männlicher Geschmack und typisch weiblicher Geschmack gleichen sich beim Zusammenleben meist von selbst an. Männliche Lebensart wird mit weiblicher vermischt und umgekehrt, so dass es beiden Geschlechtern in der eigenen Wohnung und Küche gut gefällt. Wohnpsychologen können aber erstaunlicherweise an der Kücheneinrichtung erkennen, ob sie ein Mann, eine Frau oder ein gemischtgeschlechtliches Paar bewohnt. Traditionelle Stereotypen spielen nämlich auch heute noch eine große Rolle.

Männerküchen wirken aufgeräumt, fast steril, sachlich und reduziert eingerichtet. Männer stellen in der Küche einen funktionalen Zustand her. Neue Technik spielt eine große Rolle. So wird man im reinen Männerhaushalt häufig ein neuartiges Induktionskochfeld, eine top Spülmaschine, den hypermodernen Energiesparkühlschrank, elektrische Küchengeräte für fast alle Fälle und die professionelle Edelstahlarbeitsplatte finden, alles in zurückhaltende Möbel integriert. Und das war es dann auch schon. „Diese Reduktion auf das vermeintlich Wesentliche ist dabei vielen Männern gar nicht bewusst, sie haben schlicht kein Beiwerk im eigenen Fokus, halten wohnlich machende Dekorationen daher für mehr als überflüssig“, weiß der Mann Frank Hüther, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Die moderne Küche.

Frauen empfinden eine solche Reduktion oft als Leere und halten sie für kühl und ungemütlich. Frauen wissen instinktiv, dass etwa für eine entspannte Kommunikation eine angenehme Umgebung förderlich ist. Für Frauen gehören frische Kräuter und Farben genauso in die Küche wie atmosphärisches Licht und überhaupt Gegenstände und Utensilien, die die Sinne und Gefühle ansprechen. „Natürlich leben Singlefrauen auch mit moderner Küchentechnik; sie ist aber eben nur ein Bestandteil der Küche und nicht der Einzige“, ergänzt Hüther.

Frauen improvisieren auch bei der eigentlichen Küchenarbeit gerne und mit weiblicher Leichtigkeit. Sie brauchen daher oft keine spezifischen Küchentools für alle nur erdenklichen Zwecke und verzichten eher auf den elektrischen Dosenöffner und die elektrische Zitronenpresse oder den strombetriebenen Maronengrill und die Turbofräse für Tiefgefrorenes. Männer hingegen sind fasziniert von derlei Technik. Die deutsche wie internationale Küchenbranche beschäftigt übrigens vorwiegend männliche Designer. Oft wird die Küche daher erst in der Wirklichkeit auch wohnlich, nämlich dann, wenn Frauen ihren gestalterischen Beitrag geleistet haben.

Wenn Frauen und Männer als Paar das erste Mal zusammenziehen, kann es in der Auswahl der Kücheneinrichtung und beim Zubehör schon mal zu Reibereien kommen. Allerdings sehen beide Geschlechter schnell die Vorteile der jeweiligen Sichtweise des anderen. Man ergänzt sich zum Wohle beider Geschmacksrichtungen, denn schließlich wollen sich ja beide im Zuhause wohlfühlen. Toleranz ist angesagt, so erlauben Frauen ihrem Liebsten das ein oder andere „elektrische Spielzeug“ und Männer wiederum dulden die heimelig machenden dekorativen Kräuterschalen.

Ernst wird es erst beim Thema Essen. Und Frank Hüther fügt hinzu: „Die neuesten Studien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung belegen, dass Frauen mehr Obst und Männer mehr Fleisch essen. Hier ist ein gewisses Konfliktpotential, dessen Ursprung wohl aus archaischen Zeiten stammt, als Männer wegen ihrer stärkeren körperlichen Beanspruchung noch mehr energiereiches Protein zum Überleben brauchten“. Fleisch statt Salat wählen vor allem Singlemänner, die am Ratschlag von Frauen nicht partizipieren können. In der Familie hingegen greifen auch Männer mal zum Apfel. Gemüse ist übrigens für beide Geschlechter seit zwei Jahren auf dem Vormarsch. Hier spürt man im Ernährungsverhalten mehr und mehr Gesundheitsbewusstsein.

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