Smarter und bunter:
Das sind die Küchentrends 2017

Leicht Küchen Le Couleur

Hersteller beweisen Mut zur Farbe – doch der zentrale Trend auf der Living Kitchen 2017 waren Smart-Home-Anwendungen

Welche Küchentrends werden uns in nächster Zeit begleiten? Auf der diesjährigen Living Kitchen in Köln war Farbe ein großes Thema. Komfort und Annehmlichkeit sind immer eines. Richtig dominant aber waren die Stände der Gerätehersteller – und da geht es inzwischen vor allem um Smart-Living-Anwendungen. Werfen Sie mit uns einen kurzen Blick auf die drei großen Trends in der Küchengestaltung und neue Produkte – darunter Küchen in den Farben von Le Corbusier, einen Kühlschrank, der spricht, und eine Dunstabzugshaube, aus der Musik schallt.

Le Coleurs Palette am Stand von leicht Küchen auf der Living kitchen 2017
Von Karen Bofinger Berlin – Mehr Fotos: Ideen für Dekoration

Küchentrend 1: Farbige Küchen

Der weltweiten Liebe zu weißen Küchen zum Trotz haben viele Hersteller in diesem Jahr bunte Küchen vorgestellt. Leicht Küchen zum Beispiel hat sich für drei Jahre die Rechte zur Verwendung von fünfzehn erdigen Tönen der „Les Couleurs“-Palette von Le Corbusier für seine Produkte gesichert. Bei Nolte wurde das Modell „Neo-Charisma-Lack“ in starkem Dunkelblau vorgestellt, bei Warendorf war gar eine Küche in Quietschgrün zu bestaunen.

Stand von Stadler Manufaktur auf der imm cologne 2017

Auch am Stand von Stadler Manufaktur aus Österreich machten bunte Elemente Lust auf eine frische, moderne Küche – der knallige Neonton war auf der Messe ein Blickfang; tatsächlich haben Käufer die Wahl zwischen vielen Farben und Konfigurationen.

Trinkwasser-Armature Grohe Blue Home

Küchentrend 2: Mehr Komfort durch kluge Technik

Sprudelwasser aus dem Wasserhahn

Nie mehr Kisten schleppen und noch dazu die Umwelt schonen: Das Trinkwassersystem „Blue Home“ von Grohe, bestehend aus einer speziellen Armatur mit integriertem Filter und CO2-Flasche, liefert gekühltes Wasser in still, medium und sprudelnd – direkt aus dem Hahn! Das Beste: Das System lässt sich schnell und einfach in jeder Küche installieren, auch nachträglich.

Perfect Air, Bosch, auf der Living Kitchen 2017

„Perfektes“ Kochen durch Sensoren
„Perfect Air“ (Dunstabzug), „Perfect Cook“ (Koch-Assistent), „Perfect Bake“ (Back-Assistent) und „Perfect Dry“ (Geschirrspüler): Mit den neuen Geräten von Bosch soll das Kochen tadellos gelingen. Dazu tragen Sensoren bei, die beispielsweise dafür sorgen, dass Töpfe nicht mehr überlaufen und das Essen nicht in der Pfanne anbrennt. Der „Perfect Air“ Luftgütesensor (im Bild mit einer Visualisierung am Messestand) passt den Lüfterbetrieb bei Bedarf automatisch an die Stärke des Kochdunstes an.

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„Serie 8 Kochfelder“ von Bosch mit TFT-Touchdisplay

Intuitives Kochfeld
Komplexe Hausgerätetechnik ist zwar nichts Neues mehr, komplexe Technik, die sich innerhalb von Sekunden verstehen und stolperfrei nutzen lässt, hingegen schon. Die neuen „Serie 8 Kochfelder“ von Bosch sind mit einem intuitiven TFT-Touchdisplay ausgestattet, das vor allem auf eine schnelle und unkomplizierte Bedienung ausgerichtet ist. Im Vordergrund steht eine eindeutige Bildsprache, die den Nutzer sicher durch alle Funktionen des Gerätes leiten soll. Und jede Menge „Perfect“-Sensoren sind natürlich auch verbaut.

Dunstabzugshaube Black Wing Music, Miele

Musik aus Dunstabzugshaube und Küchenschrank
Wenn die Küche schon immer mehr zum Wohnraum wird, braucht man dort auch Musik – aber braucht man auch ein separates Gerät dafür? Nicht mehr!

Die Dunstabzugshaube „Black Wing Music“ von Miele (im Bild) saugt zum Beispiel nicht nur Gerüche oder Dämpfe ein, sondern beschallt ihre Nutzer auch. Bluetooth, zwei integrierte Lautsprecher und ein Verstärker machen den musikalischen Dunstabzug möglich, der das Haubengehäuse als Resonanzkörper nutzt.

Auch bei Nolte Küchen kommt der Sound längst nicht mehr aus dem Küchenradio, sondern aus unauffällig integrierten Bluetooth-Lautsprechern, bei denen der Korpus des Küchenschranks zum Resonanzkörper wird. Warum ist da früher noch niemand drauf gekommen?

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Sony Xperia Projector: Beamer

Virtuelle Touchdisplays auf der Arbeitsplatte
Oft nimmt das Kochbuch Platz auf der Arbeitsfläche weg. Eine Lösung dafür (und nicht nur dafür…) hat Sony am Stand des Küchenherstellers Nolte vorgestellt. Der noch nicht im Handel erhältliche „Xperia Projector“ kombiniert Funktionen von Android-Tablet, Beamer und Lautsprecher und projiziert Wissenswertes direkt auf die Arbeitsplatte, die Wand oder den Esstisch – als virtuelles Touchdisplay. Man kann damit im Internet surfen, Dokumente bearbeiten oder andere Smart-Home-Anwendungen steuern. Noch 2017 soll das futuristische Gerät auf den Markt kommen.

Liebherr: Küche

Küchentrend 3: Die totale Vernetzung

Kluge Kühlschränke
Haben Sie je mit einem Kühlschrank gesprochen? Nein? Dann wird es aber höchste Zeit! Liebherr zum Beispiel vernetzt Kühl- und Gefriergeräte über eine Smart-Device-Box – so dass Sie von unterwegs schauen können, was noch im Kühlschrank ist und was eingekauft werden muss. Die eingelagerten Lebensmittel können über Kameras mit Objekterkennung und ein Sprachmodul erfasst werden.

Miele@mobileapp

Mehr Freiheit durch Vernetzung übers Tablet und Smartphone
Von der reinen, smarten Vernetzung der Hausgeräte geht der Trend inzwischen hin zum allumfassenden Lifestyle-Service – weshalb viele auch nicht mehr von „Smart Home”, sondern von „Smart Living” sprechen. Miele hat auf der Messe zum Beispiel eine Erweiterung der App „Miele@mobile“ vorgestellt, mit der man nicht nur von unterwegs schon den Backofen anschalten kann, sondern auch nach leckeren Rezepten und den passenden Video-Anleitungen suchen. Dazu kooperiert der Hersteller mit dem Anbieter Kitchen Stories. Weiterhin kann man per App aber zum Beispiel auch überprüfen, ob der Herd wirklich ausgestellt ist (und ihn im Zweifel aus der Ferne ausschalten) und vieles mehr.

Siemens Messestand auf der Living Kitchen 2017

Am Siemens-Messestand auf der Living Kitchen 2017

Home Connect

Markenübergreifend: Home Connect
Sie sind nicht nur von einer smarten Technologie angetan, sondern von vielen? Dann verknüpfen Sie einfach alles – mit der Hausgerätevernetzung „Home Connect“, auf die zum Beispiel Bosch und Siemens setzen. Wer stand nicht schon rätselnd im Supermarkt und überlegte, ob noch Butter im Kühlschrank ist? Per Smartphone-App lässt sich das leicht herausfinden, da der Kühlschrank beim Schließen der Tür ein Foto vom Inhalt macht. Auch die Frage, wie lange der Braten noch im Ofen braucht, kann man sich per Home-Connect-App gemütlich vom Wohnzimmer aus beantworten und gegebenenfalls die Temperatur regulieren.

Home Connect

Zudem ermöglichen hier Kooperationen mit Partnern wie Hello Fresh oder Amazon die Bereitstellung zusätzlicher Services. Durch den Einsatz von Amazon Echo und das KI-System Alexa – vergleichbar mit Siri auf dem iPhone – lassen sich sogar per Spracherkennung verschiedene Geräte steuern. Nachdem man erfragt hat, wie lange die Pizza noch backen muss, kann man auch gleich neuen Vorrat für den Gefrierschrank bestellen.


Was halten Sie von der Küche als digitaler Schaltzentrale? Sind all diese neuen Smart-Home-Anwendungen etwas für Sie?

Dieser Artikel wurde zuerst veröffentlicht auf Houzz.

Nicola Enderle

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