9 Milliarden Euro Umsatz: Die deutsche Küchenindustrie wächst in 2010 um 4,7%

AMK

[Beitrag von AMK-Vorstandssprecher Roland Hagenbucher zur AMK-Pressekonferenz am 2. Mai 2011 in Köln]

Im vergangenen Jahr wurden erstmals Eckdaten der deutschen Küchenindustrie erhoben. Damit konnte die deutsche Küchenindustrie ihre Rolle als bedeutender Wirtschaftszweig erstmals anhand von Zahlen untermauern. Auf dieser Basis können wir heute über die Veränderungen zum Vorjahr berichten. Hat die Branche die Finanz- und Wirtschaftskrise überstanden?

Unter der Koordination und Moderation der AMK wurden zum zweiten Mal die Inlands- und Exportumsätze sowie Mitarbeiterzahlen der Hersteller von Küchenmöbeln, Einbaugeräten, Spülen und Zubehör erhoben. Die Erhebung erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Verband der Deutschen Küchenmöbelindustrie, VdDK, und den Hausgeräte-Fachverbänden im Zentralverband Elektrotechnik und Elektronikindustrie, ZVEI, von Januar bis April 2011. Als Projektpartner eingebunden war auch in diesem Jahr die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK).

Nun zu den Ergebnissen:

Die Küche als Spiegelbild der Technik: die Entwicklungsgeschichte der modernen Küche

Typische Kücheneinrichtung der 1920er Jahre. (Foto: AMK)
Typische Kücheneinrichtung der 1920er Jahre. (Foto: AMK)

Die moderne Küche ist die Seele der Wohnung. Sie ist Kommunikationszentrale und sie ist ja auch zum Kochen da. Kochen ist ein Megatrend. Doch das war nicht immer so. Frank Hüther, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche e.V. (AMK) aus Mannheim, wirft einen Blick auf die Entwicklungsgeschichte der modernen Küche. „Die Küche ist stets Spiegelbild der Technik. Ein Blick in die Vergangenheit öffnet uns den Blick in die Zukunft“, weiß Hüther und fügt hinzu: „Die spannende Geschichte der Küche, die Erfindung der ersten Einbauküche in Deutschland, zeigt uns auch die Möglichkeiten für die Zukunft“.

Küchentrends im Überblick: seidenmatt und natürlich setzt sich durch

Foto: Rotpunkt Küchen.
Foto: Rotpunkt Küchen.

Kochen, Küche und Kommunikation sind die zentralen Themen auf der LivingKitchen 2011. Viele Aussteller werden im Januar in Köln ihre aktuellen Modelle, neue Materialien und innovative Küchenplanungen präsentieren. Die LivingKitchen wird so zum Trendbarometer 2011/12. Welche Tendenzen sich im Bereich Design und Ausstattung der Küche für den Verbraucher abzeichnen, steht schon heute fest.

Ein wichtiges Kriterium bei der Gestaltung neuer Küchen ist das Oberflächendesign. Dabei geht der Trend eindeutig zu seidenmatten Oberflächen. Der Zenit der glänzenden Oberflächen ist überschritten. Eine harmonische Ergänzung bei seidenmatten Fronten bieten Glas-Materialien. Diese werden zum Beispiel bei Bau-for-mat oder Allmilmö eingesetzt. Zudem bestimmt bei zahlreichen Küchenherstellern der Einsatz natürlicher Materialien das Bild.

Sowohl Störmer-Küchen als auch Rotpunktküchen lassen wieder Holz in das Küchendesign einziehen. Heinz-Jürgen Meyer aus der Geschäftsleitung von Rotpunktküchen: „Unsere Messetrends werden Massivküchen mit Asteichen sein. Wir wollen hiermit den unikaten Charakter einer jeden Holzfront verdeutlichen. Durch ein weiteres Verschleifen der Front erhalten wir die ,Vintage‘-Optik. Hierdurch wird ein künstlicher Alterungsprozess abgebildet. Darüber hinaus wollen wir eine Individualisierung der Küchenangebote mit weniger Massenprodukten und mehr Unikaten.“