Alno Marecucina: die Yacht unter den K├╝chen

Marecucina. (Foto: Alno AG)
Marecucina. (Foto: Alno AG)

Schon der Name verr├Ąt das Design: Die Marecucina des LivingKitchen-Ausstellers Alno (Halle 4.2, Stand B020 C021) ist eindeutig nautisch inspiriert. Die Arbeitsplatte aus massivem Walnussfurnier mit schmalen Ahorn-Intarsien erinnert an ein Schiffsdeck, die LED-Leuchtfl├Ąche an ein Segel. Eine spezielle dreidimensionale Fr├Ąsung definiert den Bug. Auf Wunsch kann ein Mast mit Ablage und verchromter Reling weitere, schiffstypische Akzente setzen. Aber die Marecucina ist nicht nur Designobjekt f├╝r Individualisten, sie ist auch eine funktionale K├╝che. Wie sie es vom Rei├čbrett zur Serienreife gebracht hat, erl├Ąutert Alno-Produktdesigner Ulrich Dahm-Wachsmann, der die Marecucina ma├čgeblich entworfen und gestaltet hat.

Wie kam es zu der Idee, eine K├╝che wie die Marecucina zu entwerfen?
Das Design von K├╝chenm├Âbeln wird stark von der Architektur der Wohnr├Ąume mitbestimmt. Und von der Architektur her wissen wir, dass nautische und maritime Elemente eine sehr hohe Attraktivit├Ąt besitzen. Fast jeder verbindet positive Erinnerungen an Meer und Schiffsfahrten, ist selbst schon mal gesegelt oder w├╝rde es gerne tun. Insofern sahen wir hier auch seitens des Marketings eine Chance, mit einer Design-Innovation relativ sicher auf eine gewisse Grundsympathie zu treffen. Schon die allerersten Skizzen, zu denen mich nicht zuletzt die genaue Betrachtung sch├Âner Yachten inspiriert hatte, stie├čen im Team von Marketing und Entwicklungsabteilung auf Begeisterung. So entwickelte sich das Projekt dann fast von allein weiter bis hin zur Serienreife.

Was sind die Grundbausteine der Marecucina?
Das Konzept sah bei den Unterschrankelementen leichtere Erscheinungsformen vor, so, wie wir sie zuvor f├╝r unsere Programmlinie Edition Fly entwickelt hatten. Ein spezieller Aufh├Ąngebeschlag sorgt dabei f├╝r eine schwebende Anmutung. Auch bei den Fronten konnten wir auf Bew├Ąhrtes zugreifen, n├Ąmlich die Fronten Alnostar Highline in Wei├č und Alnostar Natureline in Nussbaum. Diese Bausteine haben wir f├╝r die Marecucina zus├Ątzlich abgerundet und, im Fall der freistehenden Variante, die Arbeitsplatte dreidimensional gefr├Ąst, was absolut neu war.

Diese Arbeitsplatte f├Ąllt durch die Fr├Ąsung nach vorne leicht ab, ist das nicht unpraktisch?
Nicht, wenn man die leichte Neigung erst einmal im Bewusstsein hat. Im Gegenteil: Wir haben festgestellt, dass Details wie dieses den ganz besonderen Reiz, die Unverwechselbarkeit der Marecucina ausmachen. Solch eine K├╝che ist nicht einfach irgendein M├Âbelst├╝ck, sie will in ihrer Haptik und Optik bewusst wahrgenommen und ÔÇ×behandeltÔÇť werden. Die weicheren Formen, die Strukturen und Rundungen ├╝ben einen geradezu magischen Reiz aus und schaffen Emotionalit├Ąt.

Welches sind die weiteren maritimen Elemente der Marecucina?
Da ist zum einen der markante Kontrast zwischen dem Walnussbraun der Arbeitsfl├Ąche und den wei├čen Fronten. Wei├č und Braun sind neben Blau die maritimen Farben schlechthin. Die chromgl├Ąnzenden Accessoires Mast, Ablagen und Stegstreifen und das Lichtsegel, das an ein echtes Segel erinnert, bilden weitere zentrale Elemente. Wie beim Bootsbau verbinden sich hier ├ästhetik und Charisma mit Funktionalit├Ąt und Wertigkeit. So sorgen die LEDs f├╝r helles aber blendfreies Arbeitslicht, und die Chrom-Ablage am Mast erleichtert so manchen Handgriff. Auch die grifflose Verarbeitung sowie die abgerundeten Formen sind dem Schiffsbau entlehnt, wo sie ebenfalls sowohl ├Ąsthetischen als auch praktischen Wert haben.

Wie erkl├Ąren Sie sich das gro├če Interesse an der Marecucina?
Die Marecucina entspricht mit der klaren aber sanften Form einem wachsenden Bed├╝rfnis nach Emotionalit├Ąt. Gleichzeitig hat sie aber eine sehr klare Ausstrahlung, die frei von Schn├Ârkeln oder kitschigen Elementen ist. Ihr Designkonzept ist in sich geschlossen und aus einem Guss. Schrankelemente und Fronten wurden nicht einfach zusammengemixt, sondern einem gemeinsamen Stilprinzip unterworfen und weiterentwickelt. Ich denke, es ist uns gelungen, den maritimen Charakter mit hohem funktionalem und ├Ąsthetischem Anspruch in eine n├Âtige Alltagstauglichkeit zu ├╝bersetzen.

Welche Zielgruppe sprechen Sie mit der Marecucina an? Wie sehen Sie ihr Potenzial?
Mit der Marecucina bieten wir ein High-End-Produkt in Serienreife an. Die reduzierten Abmessungen und neu hinzugekommenen funktionalen Elemente erlauben es nun, dieses Konzept auch in normalen oder kleineren R├Ąumen unterzubringen als K├╝chenzeile oder in L-Form. Damit ist grunds├Ątzlich der Weg f├╝r eine breitere Vermarktung geebnet. Aber nat├╝rlich setzt die K├╝che eine positive Einstellung zur maritimen Lebensart voraus, ebenso einen hohen Anspruch an Qualit├Ąt und Design von K├╝chenm├Âbeln. Anders ausgedr├╝ckt: Die Marecucina wird immer ein Produkt f├╝r Individualisten und Liebhaber exklusiver Einrichtung bleiben. Daher k├Ânnen wir bereits jetzt ein erstaunlich breites Interesse auf Kundenseite feststellen.

Wie unterscheidet sich die Marecucina in Serienreife von der urspr├╝nglich vorgestellten Konzeptstudie?
In erster Linie haben wir die Abmessungen auf Gr├Â├čenverh├Ąltnisse reduziert, wie sie in normalen und mittleren K├╝chenr├Ąumen anzutreffen sind. Neben der hochwertigen und feinen Echtholzarbeitsfl├Ąche mit dem abgeflachten Bugende bieten wir nun auch robustere Kunststoffbeschichtungen sowie erg├Ąnzende Schrankelemente an.

Wird es bald weitere ÔÇ×Charakterk├╝chenÔÇť von Alno geben?
Nat├╝rlich feilen wir bei Alno bereits an neuen Konzepten. Ich bin davon ├╝berzeugt, dass sich der Trend zu mehr Charakter und Wohnlichkeit fortsetzen und neben dem Purismus und der reduzierten Formensprache behaupten wird. Deshalb werden wir, unterst├╝tzt von intensiven Markstudien, gerade auch in dieser Richtung weiterdenken. Denkbar ist vieles, man darf gespannt sein.

Philippe Starck ├╝ber die Funktion der K├╝che, gutes Design und seine Warendorf-Kooperation

Die Warendorfer K├╝chen GmbH hat den international renommierten Top-Designer Philippe Starck mit der Kreation einer zus├Ątzlichen K├╝chenkollektion ÔÇô der ÔÇ×STARCK BY WARENDORFÔÇť Design Collection – beauftragt. Philippe Starck hat mit uns ├╝ber seine Arbeit, die Kooperation mit Warendorf und vieles mehr gesprochen – zu sehen sind seine Entw├╝rfe auf dem LivingKitchen-Stand der Warendorfer K├╝chen GmbH (LivingKitchen, Halle 4.2 Stand B030 C039).

Welches war Ihre erste Arbeit als Designer?
Ich habe eine gro├če aufblasbare Struktur f├╝r den Salon de lÔÇÖenfance in Paris entwickelt. Es war so neuartig, dass dar├╝ber in den Nachrichten berichtet wurde.

Erz├Ąhlen Sie uns etwas ├╝ber Ihre Kooperation mit Warendorf und Ihre Kollektion. Worum geht es dabei und wie lange haben Sie an diesem Projekt gearbeitet?
Bei dieser Kollektion geht es um uns, um die Evolution unserer Gewohnheiten und der Gesellschaft. Es geht um ein Leben am Feuer, wo es sich seit Anbeginn der Zeiten abspielte. Feuer, das das Zentrum eines jeden Dorfes, einer jeden Stadt, ja jeder Zivilisation bildete. Die Starck by Warendorf K├╝chen bringen eine neue Ergonomie und ganz andere L├Âsungen in das Alltagsleben. Die Frau ist nicht l├Ąnger alleine in der K├╝che, w├Ąhrend die Kinder in ihrem Zimmer spielen. Nun kann die ganze Familie in einem Raum, wie ich ihn entworfen habe, am Leben der anderen teilnehmen. Die Wahlm├Âglichkeit eines hohen Tisches erm├Âglicht ein dynamischeres Miteinander. Da man nicht den Geschmack aller treffen kann, gibt es Auswahlm├Âglichkeiten, damit jeder in unserem Stamm sein oder ihr Feuer findet. Die K├╝che war schon immer das Herz und Zentrum eines jeden Heims. Es ist der Ort, wo die gesamte Familie zusammenkommt. Beim Gestalten der Warendorf K├╝chen war es deshalb die gro├če Herausforderung, einen Raum zu schaffen, in dem sich jeder gerne aufh├Ąlt, weil sie ein wohliges Gef├╝hl vermittelt.